Bereitstellungssicherheit
Ihr Hauptnachteil ist – insbesondere bei Onshore-Anlagen – die unregelmäßige, mit dem Wind schwankende Leistungsabgabe. Dies zeigt beispielhaft das dargestellte aggregierte Einspeiseprofil der Windparks in Deutschland und Luxemburg vom Januar 2020. Besonders die Onshore-Windeinspeisung zeichnet sich durch eine hohe Volatilität aus. Dagegen zeigt die Offshore-Windeinspeisung ein deutlich günstigeres Profil. Zwischen der mittleren Windeinspeisung insgesamt (an der linken Achse markiert) und der installierten Windleistung insgesamt (rechts markiert) lag im dargestellten Zeitraum ein Faktur von 2,8. Einer mittleren Einspeisung von 21,45 GW stand eine installierte Leistung von 60,84 GW gegenüber. Für Offshore-Windparks lag im selben Zeitraum die installierte Leistung bei 7,5 GW und die mittlere Einspeisung bei 4,41 GW mit nur einem dazwischenliegenden Faktor von 1,7.[55]
Maßgeblich ist die Summe der eingespeisten Windenergie über größere Gebiete. Die großflächige Verteilung von Windkraftanlagen (z. B. im europäischen Maßstab) reduziert die relative Variabilität der Windstromerzeugung deutlich. Hingegen ist die Volatilität der Einspeisung in ganz Deutschland vergleichbar mit der eines einzelnen norddeutschen Standorts.[56] 2012 betrug die maximale (am 3. Januar 2012 gemessene) onshore Einspeisung in Deutschland mit 24.086 MW etwa 78 % der installierten Gesamtnennleistung.[57]
Im langjährigen Mittel gegenläufiges Angebotsverhalten von Wind und Photovoltaik: Kapazitätsfaktoren in Deutschland unter idealisierten Annahmen[58]
Andere erneuerbare Energien können ausgleichend wirken und haben ein im Mittel teils gegenläufiges Angebotsverhalten.[58] Die über mehrere Jahre gemittelte Kurve der Einspeiseleistung von Windenergieanlagen zeigt in Westeuropa im Durchschnitt tagsüber höhere Mittelwerte als nachts und im Winter höhere als im Sommer, sie korreliert somit über den Tagesverlauf wie auch jahreszeitlich mit dem im Mittel benötigten Strombedarf. In Deutschland wird in den Wintermonaten üblicherweise etwa doppelt so viel Windstrom erzeugt wie in den Sommermonaten.[59]
Meteorologische Prognosesysteme ermöglichen es, die von Windparks in das Stromnetz eingespeiste Leistung per Windleistungsvorhersage im Bereich von Stunden bis zu Tagen im Voraus abzuschätzen. Bei einem Vorhersagezeitraum von 48 h bis 72 h beträgt die Genauigkeit 90 %, bei einer 6-Stunden-Vorhersage mehr als 95 %.